Slowenische Schulen

Das 1970 – 1975 nach den Entwürfen von Rudolf Nitsch und Johann Oswald errichtete Schulgebäude war eines der ersten Schulgebäude in Österreich, das nach einem neuen Raumkonzept – weg vom auf Öffentlichkeit und Repräsentation ausgelegten Schultyp – errichtet wurde. In den 1993er Jahren wurde dem ursprünglichen auf Kuben um eine Aula herum aufgebauten Konzept durch einen aufgelegten Riegel jedoch etwas entgegengewirkt. Künstlerische Interventionen durch Valentin Oman im Inneren sowie durch Bela Ban im Außenbereich sind wesentlicher Bestandteil des Gebäudeensembles. 2010 wurde das Schulgebäude aufgrund dieser Merkmale unter Denkmalschutz gestellt.

Im nun erfolgten Umbau, hervorgegangen aus einem EU-weiten Architekturwettbewerb im Sommer 2007, werden zum einen zusätzlich erforderliche Flächen geschaffen, zum anderen technische Gebrechen des Gebäudes (in thermischer, brandschutz- und gebäudetechnischer Hinsicht) behoben.

Durch gezielte Eingriffe im Inneren sind die ursprünglichen Qualitäten des Gebäudes wieder spürbar. So wird die große Aula als zentrales Element von nachträglichen Einbauten befreit und als verbindender Raum zwischen Vorplatzbereich und Garten hergestellt. Die neu erforderlichen Flächen werden durch zwei Aufstockungen geschaffen, die das räumliche Konzept ineinander verschränkter Kuben stärken. Durch diese Erweiterung erscheint der aufgelegte Riegel nunmehr wieder in die Gebäudeplastik integriert.

Eine neue hochgedämmte Gebäudehülle aus vorgehängten Holzfertigteilen, eingekleidet in dunkelgraue Faserzementtafeln, verbindet alle Bauetappen zu einem gemeinsamen Auftritt. Durch unterschiedliche Ausformulierung der Fensterbänder bleiben die einzelnen Baustufen dabei subtil lesbar. Ein vor den Haupteingang positionierter Laubengang führt mit einladender Geste als langes Vordach in die Aula, ohne sich gestalterisch von den 1970er Jahren zu distanzieren. Überdachte Fahrradabstellplätze werden von der tragenden Wandscheibe ganz nebenbei verdeckt.

Im Gebäudeinneren bilden Bibliothek, Nachmittagsbetreuung und kooperative Lernzonen neue Aufenthalts- und Kommunikationsräume, die Möglichkeiten eines modernen, interaktiven Unterrichts weg vom reinen Frontalunterricht unterstützen. Dabei werden die bereits vorhandenen Raumqualitäten der inneren Atrien aufgegriffen und herausgeschält.

Die Klassenräume selbst sind mit neuen Oberflächen ausgestattet. Eine adäquate Raumakustik unterstützt das Lernen in unterschiedlichsten Szenarien. Die beiden vorhandenen Turnsäle sind bis auf den Rohbau rückgebaut und mit einem neuen Kleid den aktuellen Anforderungen entsprechend ausgebaut. In ihrer Farbigkeit nehmen sich die Räume zurück und sorgen mit warmen Tönen für angenehmes Verweilen. Die durchaus spröde Gestaltung der 1970er in verbliebenen Gängen und Hallen wird durch orange Farbtupfer aufgelockert. Die wirkliche Buntheit wird jedoch durch den Schulalltag in das Gebäude hineingetragen.

Status
Gebaut

Klagenfurt
2007-2014

Auftraggeber
BIG Bundesimmobiliengesellschaft

Kunst am Bau
Valentin Oman
Bella Ban

Fotos
Paul Ott
Markus Kaiser

Team
Caroline Waglhuber
Christian Spindler
Eva Doblinger
Michael Albrecht
Gernot Hertl