OÖ Landesarchiv – Schloss Bergheim
EIN EHRWÜRDIGES GEBÄUDE – AM PULS DER ZEIT
Der Entwurf verbindet respektvollen Erhalt des vertrauten Charakters mit zukünftigen Bedürfnissen – in Summe ein ehrwürdiges Gebäude am Puls der Zeit: Die behutsame Rücksichtnahme auf die fast unangetastet erscheinenden historischen Gebäudeteile und der organisatorisch optimierten Ergänzung aus der Gegenwart fließen ineinander.
FREIGESTELLTE SKULPTUR
Vor dem abgesetzten Saaltrakt im Norden der Schlossanlage besetzt der neue Körper des Archivgebäudes – mit etwas Respektsabstand – die historische Rückseite des Schlosses. Intuitiv erfahrbar greift es dabei prägende horizontale wie vertikale Fluchten des Bestandes auf. So findet auch der im Süden zentral angebundene Flügel für die Mitarbeiter eine Fortführung als verbindendes Dach zwischen Alt und Neu. Wir möchten die gewachsene Struktur und Logik als gedankliches Weiterbauen aufgreifen.
ENTFLECHTUNG DER WEGE
Ziel ist es, ein offenes Foyer anzubieten, das einen guten Überblick bietet und Besucher direkt zu Infodesk, Lesesaal und Veranstaltungsraum führt. Die von den Besuchern entkoppelte Wegführung für Mitarbeiter im Obergeschoss erlaubt so eine punktuelle Anbindung der Eingangshalle an den alten Saaltrakt. Im Foyer als Empore geführt ersetzt dieser Weg einfach ein Gewölbefeld des großen Saales. Die funktionalen Bewegungen von Anlieferung zu Restaurierung und Archivierung werden im Raum sichtbar.
FREIRÄUME MIT ZUGEORDNETEN IDENTITÄTEN
Halbhofsituationen werden zu Terrassen mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Als Besucher- oder Mitarbeitervorplatz, Pausenlaube, Leseterrasse oder Gastgarten am Veranstaltungssaal werden sie von den inneren Funktionen mit unterschiedlichen Identitäten belegt.
OPTIMIERTE KONSTRUKTION UND NACHHALTIGER AUFBAU
Mit einer Stahlbeton-Skelettstruktur erfüllt der Neubau des Archivs einen für die Zukunft flexiblen Rahmen, der mit einer bauphysikalisch und architektonisch wirkungsvollen Hülle eingekleidet werden kann. Die Außenwände zwischen den Stützen haben wir mit Hochlochziegeln konzipiert. Das bringt Masse trotz einfacher Veränderbarkeit mit vorgesetzter Fassade. Möglichst viel Wand- und Dachflächen unterstützen mit Sonnenstrom den Bedarf der notwendigen Raumklimatisierung.
NEUES KLEID IN STILVOLLER UMGEBUNG
Das Gesims des Bestands wird aufgegriffen und als weißes Band über den Zubau geführt. Darunter greift ein Sockel aus konkav geripptem Stampflehm die Eleganz und Farbigkeit des Schlosses auf. Darüber werden Photovoltaik-Tafeln zur Analogie des dunklen Faserzementdaches – sie lösen die Schwere des Körpers zum Himmel hin auf. Das Haus ist angepasst und zeitgemäß zugleich.
Status
Wettbewerb
Feldkirchen an der Donau
2026
Projektpartner
kb+l architektur
Landschaftsarchitektur
outside landschaftsarchitektur
Renderings
Filippo Bolognese Images
Team
Rares Barbu-Florian
David Sindhuber
Airam Eloende González Dorta
Ursula Hertl
Roman Kaindl
Simon Baderer
Michael Albrecht
Gernot Hertl





