Beta Campus

Die Überlagerung einer Vielzahl an urbanen Funktionen bildet das Herz des Quartiers.
Sichtbares Zeichen des Beta Campus ist das alte Werk 3, das sich aus dem dichten Teppich aus alten und neuen Häusern erhebt und eine unverwechselbare Silhouette im Stadtbild prägt – in der Stadt der Türme.

Polytechnische Schule, Labors und Werkstätten, Coworking Space, ein Atrium für Aus-stellungen,  Veranstaltungen und Gastronomie überlagern sich zum vitalen Inhalt des historischen Gerippes. Sie  funktionieren im Zusammenspiel mit den Bürgerhäusern als Stadt im Kleinen.

Die typischen konstruktiven Elemente des Werk 3 bleiben sichtbar, Stützen und Balken im offenen Raster kombiniert mit dem geschlossenen Treppenhausturm, der den Skelettbau flankiert. Eine neue gläserne Hülle setzt die Konstruktion gedanklich in eine Vitrine. Markisetten sitzen in horizontalen Nischen vor den  Deckenbalken und können für den Sonnenschutz schräg vor den Glasflächen ausgerollt werden. Treppenturm und Erweiterungsbauten sind in weißes Streckmetall gekleidet, wodurch die klare Form des eigentlichen Werkbaukörpers freigelegt wird.

Der Haupteingang zum Beta Campus erfolgt über den zentralen Platz am Areal. Das Haus lädt mit seinen gedeckten Vorbereichen ein, auch das Café liegt an dieser Ecke. Nach dem Betreten öffnen sich die Raumbereiche für Boarding, Event Space und Lounge zu einer großzügigen Halle, die mit Sitzstufen in die obere Etage führt und in der Brücke zwischen den Lufträumen ihre Fortführung als Ort der Begegnung findet. Tageslicht wird über das im Osten des Bestandsgebäudes angefügte Glasdach tief ins Rauminnere geführt. Dieses Atrium kann vielseitig bespielt werden, es wird zur hybriden Schnittstelle, einer Art Marktplatz für alle Nutzungen, die daran anschließen, und alle Menschen, die sich hier auch nebenbei über den Weg laufen mögen. Die Stadt reicht bis ins Haus.

Ebenerdig schließen Cateringküche, Werkstätten und deren Nebenräume an, die Anlieferung erfolgt über eine unterfahrbare Loggia im Südosten, die Küchen werden direkt von der Gasse aus beliefert. Eine gedeckte Werkstatt im Freien zwischen Werk 3 und Bürger-häusern entsteht unter der breiten Verbindungsbrücke und bietet gleichzeitig eine wetter-geschützte Anbindung des FabLab-Bereiches.

Auch in der ersten Etage verschmelzen in der Mitte die Funktionen. Event und Erlebnis steht auch für beiläufiges Treffen im Alltag, Pausen für die Schüler, Ausstellungsmöglichkeiten oder einfach ein Foyer für den großen Saal, der einfach aus drei Seminarräu-men zusammengelegt werden kann und im stützenfreien Zubau mit mehr Raumhöhe Platz findet.
Klassenzimmer und Verwaltung der Polytechnischen Schule ergänzen den Ring um das Atrium. Die Verbindungsbrücke zu den Bürgerhäusern, wo auch Schulfunktionen untergebracht sind, wird zur Pausenfläche in der Gasse.

Der Coworking Space in der dritten Etage ist als offenes Raumgefüge im Betonskelett gestaltet. Die Arbeitsplätze sind flexibel teilbar und auch abgrenzbar. Sie bilden einen Ring um die freie Mitte, die zu Schnellbesprechungen und Arbeiten in Lounge-Atmosphäre anregt. Glaskörper mit Tageslicht durch die Patios darüber gliedern den Raum. Eine Teeküche mit Besprechungsräumen verbindet diese Mitte auch auf dieser Ebene mit den Bürgerhäusern.

Die drei obersten Etagen beinhalten das neue Wohnen, das über den bestehenden Treppenturm erschlossen wird. Ein zentraler Gang führt – von kleinen Patios mit Licht versorgt – zu den Eingangstüren. Den Wohnräumen sind Loggien als Freiräume vorgelagert, sie fügen sich ins starr strukturierte Gerüst des Bestandsbaus. Die neue Dachebene darüber ist als ein Stück Landschaft gedacht, als ein Garten über den Dächern der alten Zell und Waidhofens.

Status
Wettbewerb
ausgewähltes Projekt Bauteil Beta Campus

Waidhofen an der Ybbs
2019-2020

Projektpartner
Wohnbau/Städtebau: Halle 1
Landschaftsarchitektur: YEWO

Renderings
picaro.studio

Team
Airam Eloende González Dorta
Ursula Hertl
Gernot Hertl