Schulen am Fröbel Park
Unser Architekturkonzept umfasst im Wesentlichen vier zentrale Aspekte einer würdevollen Veränderung des Hauses, das 1930 nach Plänen des Architekten Ernst Hüller erbaut wurde. Neben der Entflechtung der einzelnen Schultypen und der funktionalen Verbesserung der Bestandsstruktur bei Brandschutz, Barrierefreiheit und Sanitäranlagen wird das historische Gebäude behutsam ins Heute transformiert, ohne die Atmosphäre des ehrwürdigen Hauses zu verlieren. Neue Aufenthaltsqualitäten werten die Nutzbarkeit von Erschließungsräumen auf. Ebenso finden sich formale sowie gestalterische Rückgriffe auf die Bestandsschule in den Neubauelementen wieder.
Von außen betrachtet verwandelt sich das Haus zur homogenen Erscheinung. Um- und Anbauten aus jüngerer Vergangenheit werden rückgebaut, neue Erweiterungen in den historischen Farbkanon eingebunden. So beispielweise die neuen Dachgaupen, die als mit dunkler Holzlattung eingekleidete Kuben erscheinen. Oder die Garten-Treppenhäuser, die sich mit ihrer Figur an die halbzylindrischen Körper des Bestandes anlehnen. Ihre Form wird mit den Jahren langsam von Kletterpflanzen ausgebildet, die an einem rot lackierten Rankgerüst hochwachsen und zum grünen Kleid werden. Die roten Beton- und Stahlteile greifen freilich den Farbton der Faschen und Gesimse auf.
Die großzügigen Gangflächen werden als offene Lernzonen ausgebildet und schaffen ein neues Miteinander. SchülerInnen können gemeinsam lernen und sich austauschen. Kinder, die Ruhe brauchen, können sich kurz zurückziehen und jene mit viel Energie können sich in weiten Gangzonen austoben.
Während die Mittelschule den Fokus verstärkt auf konzentriertes Arbeiten legt und sowohl die Klassen als auch die Gruppenräume eine eher geschlossene Welt bleiben, öffnen sich die Klassenzimmer der Volksschule mit großzügigen Sitzfenstern hin zu den offenen Lernzonen und schaffen einen fließenden Übergang der Funktionen. Auch die Gruppenräume der Volksschule sind durch Verglasungen mit den angrenzenden Klassenräumen verbunden. Im Bedarfsfall können diese durch Vorhänge geschlossen werden.
Die Freiklasse der Volksschule wird mit einer roten Stahlpergola überdeckt, mit Rankpflanzen begrünt und bietet den Schülern in den warmen Jahreszeiten einen schattigen Aufenthaltsbereich im Freien. Die angrenzende Fluchtstiege schafft eine direkte Verbindung von der Dachterrasse in den Schulhof.
In den Jahren 1994/95 wurde vom Medienkünstler Richard Kriesche die „Friedenswand“ gestaltet. Das Kunstwerk bewahrt die Spuren von Einschusslöchern aus dem Bürgerkrieg 1934. Die Einschüsse an einer Turnsaalwand in Folge von heftigen Kämpfen in der Nachbarschaft wurden dabei mit Metall ausgegossen.
Seinen Namen erhielt das Schulhaus übrigens nach dem großen Pädagogen Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782 – 1852), der wesentliche Beiträge zur Erziehungswissenschaft des 19. Jahrhunderts leistete.
Status
In Planung
Graz
2025 – 2028
Auftraggeber
GBG Gebäude- und Baumanagement Graz
Kunst am Bau
Richard Kriesche
Landschaftsarchitektur
Marlis Rief
Visualisierung
HERTL.ARCHITEKTEN
Team
Carmen Suchy
Caroline Waglhuber
Ursula Hertl
Christian Spindler
Gernot Hertl

